Ostern -sorbische Bräuche

Oster-Fasten

Die kirchliche Fastenzeit wird mit dem Osterfest beendet. Am Gründonnerstag wurde früher die kirchliche Fastenzeit mit der Grün-Donnerstags-Suppe gebrochen. Dazu verwendete man die ersten 9 grünen Wiesenkräuter. Der Freude-Ausspruch "Ach du grüne Neune!" stammt daher.

Fasten ist allerdings keine religiös gebundenes Ritual mehr. Die Hintergründe und Beweggründe für eine Fastenkur sind vielfältig. Und so beginnen wir mit dem neuen Fastenkurs am Oster-Montag. 

 

Osterschießen

Zu den Oster − Bräuchen in der Lausitz gehört das traditionelle Osterschießen mit Schwarzpulver-Kanonen.
Der laute Knall vertreibt die bösen Winterhexen.

Sonntag morgen von 9 - 10 Uhr treffen sich hier auf dem Schießberghügel mehrere Schützenvereine mit historischen Kanonen. Und im Anschluß genießen wir gemeinsam im Saal unseres Hotel das alljährliche Schützen-Oster-Frühstücks-Buffet.

 

Das Osterfest

Das Osterfest
Es fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, im Gregorianischen Kalender also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.
In der Alten Kirche wurde Ostern als Einheit von Leidensgedächtnis und Auferstehungsfeier in der Osternacht begangen. 
Der im Deutschen gebräuchliche Name Ostern ist altgermanischen Ursprungs und hängt wohl mit der Himmelsrichtung „Osten“ zusammen: Der Ort der aufgehenden Sonne gilt im Christentum als Symbol des auferstandenen und wiederkehrenden Jesus Christus. Viele Osterbräuche sind außerchristlicher („heidnischer“) Herkunft.
Der Osterhase
Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite, sowie der germanischen Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch - wie das Ei - ein Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit. 
Hasen bekommen im Frühjahr sehr viele Jungen, das heißt, sie schenken Leben. Sahen die Menschen früher die Hasenmütter mit ihren Jungen, wussten sie, dass der Winter vorüber war.

 

Das Oster-Reiten und das Saat-Reiten

Das Osterreiten

Rund 2000 Osterreiter und Saatreiter sind am Sonntag zu Pferd unterwegs. Sie verbreiten die Botschaft von der Auferstehung Christi und erbitten den Segen des Herrn für eine gute Ernte. Die Pferde werden mit Myrte geschmückt und das Festtagszaumzeug angelegt.

Im Gehrock gekleidet, den Zylinder auf dem Kopf singen und beten die Männer an diesem Ostermorgen.
Stattlich und stolz führen Kreuzreiter die Reiterprozessions-Umzüge an.In Ostritz reiten sie vom Markt zum Kloster St. Marienthal, in den sorbischen Orten nördlich von Bautzen gibt es festgelegte Routen.
So ist es Tradition seit 380 Jahren. Das Osterreiten ist christlich gelebter Glaube. Ungefähr 30 Kilometer sind Pferd und Reiter unterwegs und begeistern mit ihrem Gesang die andächtig blickende Menge.

Prozessionen in den sorbischen Orten
Bautzen - Radibor         10.45 Uhr ab / 12.15 Uhr an       
Ralbitz - Wittichenau     9.15 Uhr ab / 12.15 Uhr an 
Wittichenau - Ralbitz     9.30 Uhr ab / 12.15 Uhr an 
Crostwitz - Panschwitz  12.30 Uhr ab / 14.30 Uhr an 
Panschwitz - Crostwitz  12.45 Uhr ab / 14.00 Uhr an 
Radibor -  Storcha         12 Uhr ab / 13.45 Uhr an 
Storcha -  Radibor         12 Uhr ab / 14Uhr an 
Nebelschütz -  Ostro     12 Uhr ab / 14 Uhr an 
Ostro - Nebelschütz      12 Uhr ab / 14 Uhr an 

Prozession an der Neiße
Ostritz/Markt -   Kloster St. Marienthal 13 Uhr ab / 14 Uhr an 

Heimritte
Radibor-Bautzen           14.30 Uhr ab / 16.30 Uhr an
Wittichenau-Ralbitz       15 Uhr ab / 18 Uhr an
Ralbitz-Wittichenau       15 Uhr ab / 18 Uhr an
Panschwitz-Crostwitz    15.30 Uhr ab / 16.30 Uhr an
Crostwitz-Panschwitz    14.45 Uhr ab / 17.30 Uhr an
Storcha-Radibor            15.30 Uhr ab / 18.00 Uhr an
Rdibor-Storcha              15.30 Uhr ab / 17.30 Uhr an
Ostro-Nebelschütz        15.30 Uhr ab / 17.45 Uhr an
Nebelschütz-Ostro        15.30 Uhr ab / 17 Uhr an

Heimritt vom 
Kloster über Dittersbach-Ostritz/Markt 15.45 Uhr
 

Sorbische Ostereier

Schon zu früheren Zeiten bemühten sich die Menschen, Dinge aus dem alltäglichen Leben und besonders Dinge mit einer besondere Rolle aufzuwerten. Dies geschah durch Verzierungen, besondere Materialien oder das Färben mit auffälligen Farben. Das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit, der Stärke, des Ursprungs des Lebens und der Wiederauferstehung wurde schon im alten China und Ägypten eingefärbt. Erst seit dem Mittelalter begann man auch hierzulande dem Ei als Zinsei und Teil der Jahressteuer eine größere Bedeutung zuzumessen und entwickelte daraus den Brauch des Eierverschenkens. In der Reformationszeit entwickelte sich schließlich der Brauch, dass die Paten ihren Patenkindern zu Ostern gefärbte Eier schenken. Die älteste erhaltene Erwähnung bunter sorbischer Ostereier stammt aus dem Jahr 1717. Dabei wurden jedoch nur farbige Eier erwähnt, die Verzierungen traten erst später auf. Dabei ist es aber nicht nur ein sorbischer Brauch die Eier zu verzieren, sondern man findet ihn in vielen Kulturen, und jede Kultur hat ihre eigene Art entwickelt, dies zu tun